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Facebook, Google Earth und das Damoklesschwert der organisierten Extremisten
Als Damokles das Schwert des Herrschers Dionysios über seinem Kopf bemerkte, war es ihm unmöglich, den dargebotenen Luxus des vor ihm stehenden Festmahles zu genießen. Schließlich bat er darum, auf die Annehmlichkeiten (und die damit verbundene Bedrohung) verzichten zu dürfen. Damokles hatte seine Lektion erhalten, dass Reichtum und Erfolg keinen Schutz vor Gefahren bieten.
So oder so ähnlich dürfte es langsam aber sicher auch den neuen Marken-Popstars der 2.0 Welt Facebook und Google (nicht nur) in Deutschland gehen. Social Networks und Geodaten werden immer häufiger nicht mehr nur ausschließlich für gute Zwecke gebraucht, sondern bereits oft von Kriminellen (bspw. Pädophile) und extremen politischen Randgruppe in ihrer ursprünglichen Nutzenstiftung entfremdet – Propaganda und Zusammenrottung gegen einen gemeinsamen Feind ist ganz sicher nicht Teil des Geschäftsmodells gewesen. Der extreme rechte Flügel in Deutschland – Max hatte schon früher an dieser Stelle über die Autonomen Nationalisten eine vielgelesene Serie veröffentlicht - dokumentiert den Einfallsreichtum und die Bedrohung. Es ist sicherlich davon auszugehen, dass sie mittlerweile auch viel aktiver im Mitmach-Web als man ahnen mag. Plattformen gibt es ja mehr als genug:

Das Problem betrifft zunächst alle Web 2.0 Popstars: Auf youtube.com werden (Musik-)Videos mit politischen Parolen frei zugänglich veröffentlicht, auf StudiVZ werden politische Hetzschriften versandt und bei ebay.de kann ich tagesaktuell den Taschenkalender des nationalen Widerstandes 2009 für 6,50 Euro zzgl. Versandkosten kaufen. Jeder. Auch Kinder. Ich muss kotzen! Und es lässt meine Alarmglocken läuten, denn das geht so nicht weiter. Ach ja, wenn man die Damen und Herren der jeweiligen Plattformen anspricht, so leugnet man dort natürlich das Phänomen oder man solle austreten, wenn das Konzept nicht mehr passt. Ne Leute, Ihr habt da was Grundlegendes nicht verstanden. „The Conversation is the art of listening, learning and sharing.“ Bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck & Co. hört man noch nicht mal richtig zu.
Schade und danke übrigens … für die Vorlage. Diesen Kardinalfehler haben übrigens zwei andere globale Web 2.0 Protagonisten bereits begangen – die F.A.Z. hatte dies in einer Debatte aufgegriffen und könnte gerade nicht aktueller sein:
„Der Nahost-Konflikt findet seine politisch-ideologische Fortsetzung in den beliebten Internetforen des Web 2.0. Das stellt an sich unpolitisch konzipierte soziale Netzwerke vor große Probleme, weil sie als Propaganda-Plattformen missbraucht werden. So findet man in Facebook-Gruppen Bilder von Hamas-Kämpfern, getöteten palästinensischen Babys oder Kindern, die mit Sprengstoffgürtel-Attrappen posieren. In kaum zu zählenden Kommentaren bekräftigen Nutzer aus der ganzen Welt, dass „wir alle Israel hassen“, dass das Land „ein terroristischer Staat“ sei, „das Krebsgeschwür im Nahen Osten, eine Krankheit, die wir zerstören müssen“. “ [via F.A.Z.] (mehr…)Add comment Dezember 30, 2008

