Archive for Dezember, 2008

Facebook, Google Earth und das Damoklesschwert der organisierten Extremisten

Als Damokles das Schwert des Herrschers Dionysios über seinem Kopf bemerkte, war es ihm unmöglich, den dargebotenen Luxus des vor ihm stehenden Festmahles zu genießen. Schließlich bat er darum, auf die Annehmlichkeiten (und die damit verbundene Bedrohung) verzichten zu dürfen. Damokles hatte seine Lektion erhalten, dass Reichtum und Erfolg keinen Schutz vor Gefahren bieten.

So oder so ähnlich dürfte es langsam aber sicher auch den neuen Marken-Popstars der 2.0 Welt Facebook und Google (nicht nur) in Deutschland gehen. Social Networks und Geodaten werden immer häufiger nicht mehr nur ausschließlich für gute Zwecke gebraucht, sondern bereits oft von Kriminellen (bspw. Pädophile) und extremen politischen Randgruppe in ihrer ursprünglichen Nutzenstiftung entfremdet – Propaganda und Zusammenrottung gegen einen gemeinsamen Feind ist ganz sicher nicht Teil des Geschäftsmodells gewesen. Der extreme rechte Flügel in Deutschland – Max hatte schon früher an dieser Stelle über die Autonomen Nationalisten eine vielgelesene Serie veröffentlicht – dokumentiert den Einfallsreichtum und die Bedrohung. Es ist sicherlich davon auszugehen, dass sie mittlerweile auch viel aktiver im Mitmach-Web als man ahnen mag. Plattformen gibt es ja mehr als genug:

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Das Problem betrifft zunächst alle Web 2.0 Popstars: Auf youtube.com werden (Musik-)Videos mit politischen Parolen frei zugänglich veröffentlicht, auf StudiVZ werden politische Hetzschriften versandt und bei ebay.de kann ich tagesaktuell den Taschenkalender des nationalen Widerstandes 2009 für 6,50 Euro zzgl. Versandkosten kaufen. Jeder. Auch Kinder. Ich muss kotzen! Und es lässt meine Alarmglocken läuten, denn das geht so nicht weiter. Ach ja, wenn man die Damen und Herren der jeweiligen Plattformen anspricht, so leugnet man dort natürlich das Phänomen oder man solle austreten, wenn das Konzept nicht mehr passt. Ne Leute, Ihr habt da was Grundlegendes nicht verstanden. „The Conversation is the art of listening, learning and sharing.“ Bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck & Co. hört man noch nicht mal richtig zu.

Schade und danke übrigens … für die Vorlage. Diesen Kardinalfehler haben übrigens zwei andere globale Web 2.0 Protagonisten bereits begangen – die F.A.Z. hatte dies in einer Debatte aufgegriffen und könnte gerade nicht aktueller sein: 

„Der Nahost-Konflikt findet seine politisch-ideologische Fortsetzung in den beliebten Internetforen des Web 2.0. Das stellt an sich unpolitisch konzipierte soziale Netzwerke vor große Probleme, weil sie als Propaganda-Plattformen missbraucht werden. So findet man in Facebook-Gruppen Bilder von Hamas-Kämpfern, getöteten palästinensischen Babys oder Kindern, die mit Sprengstoffgürtel-Attrappen posieren. In kaum zu zählenden Kommentaren bekräftigen Nutzer aus der ganzen Welt, dass „wir alle Israel hassen“, dass das Land „ein terroristischer Staat“ sei, „das Krebsgeschwür im Nahen Osten, eine Krankheit, die wir zerstören müssen“. “ [via F.A.Z.]
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Dezember 30, 2008 at 10:48 am Hinterlasse einen Kommentar

Nach Funky Crime kommt Funky Bread

Eigentlich bin ich ziemlich enntäuscht vom neuen Fettes-Brot-Album „Strom und Drang„.

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Bis auf „Hörst Du mich?“ fand ich die Platte schwach. Doch die Brote haben live den Funk entdeckt. Da wird dann aus „Bettina“ der tanzbare Kracher. Wer’s nicht glaubt, überzeugt sich hier selbst:

Dezember 20, 2008 at 10:32 am Hinterlasse einen Kommentar

Time for a change…

Nur einer von vielen Gründen, warum Dosen stinken! Ich mag Apple! Klickt erst auf das Bild und anschließend durch das großartige Archiv. 

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Thank god I can say: „I’m a Mac!“

Dezember 19, 2008 at 12:36 am 1 Kommentar

Das gute alte Mixtape… Teil 2

Jo Sven, genialer Eintrag. Da mein guter, alter Polo immer noch ausschließlich per  Tapedeck mit Musik versorgt wird, bezeichne ich mich mal als determinierten Fan.  Zum Thema Mixtapes kann ich auch einen netten Beitrag leisten. Es gibt eine extrem coole Seite, auf der  René Pfennig seine Mixtapes „Mach Parat“ kostenlos zur Verfügung stellt.  Wer auf eine Mischung aus Funk, Soul, Pop und HipHop steht, ist bei Mach Parat auf jeden Fall richtig aufgehoben.

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Einen kleinen Vorgeschmack gibt’s mit dem neuesten Video. Britney, Bart, Jacko und die The White Stripes geben sich gemeinsam die Ehre:

Dezember 15, 2008 at 10:49 am 1 Kommentar

Das gute alte Mixtape … mixwit.com macht es digital möglich

Das ist echt Oldschool. 80iger & 90iger. Hitparade auf SWF3 am Panasonic Kassettenrekorder. Warten auf den richtigen Song. Dolby Digital Taste  an. 90 Minuten Tapes drin. Lieber Sony oder doch Maxwell war bei uns immer die Frage. Ihr kennt das sicher alle noch. Ich habe es geliebt. Später habe ich dann auch noch gelernt, das die Mädels voll auf selbstgemacht Mixtapes stehen. Spätestens ab dem Punkt gab es Themen-Tonträger. Jetzt, wo keiner mehr Kassetten-Abspielgeräte zu Hause hat brauchen wir Alternativen. Ja, wir könnten das Ganze als USB Stick in einer Kassetten-Umverpackung versenken … oder einfach auf mixwit.com gehen – mein 3. Advents Tape habe ich unten eingestellt (Flash 9 oder besser ist erforderlich):

Vodpod videos no longer available.

more about „Das gute alte Mixtape … mixwit.com …„, posted with vodpod

Dezember 14, 2008 at 4:11 pm 1 Kommentar

Nach Lidl kuschelt nun auch Aldi zu Weihnachten – zumindest auf der Insel

LIDL LOHNT SICH trällert es seit Wochen aus unseren neuen LCD’s Fernsehern. Wie gut, dass ich zu meiner alten Röhre stehe. Da dreht mir keiner was Neues an. Diese Qualität zahlt sich eben aus. Bei Lidl weiß ich noch nicht:

Ich habe nämlich irgendwann mal gelernt, dass Lidl uns alle gar nicht wirklich lieb hat. Ich möchte damit gar nicht auf Kamera-Attacken und schwarze Bücher hinaus. Aber geht doch mal selber in einen Lidl und messt nach, wie viele Produkte pro Quadratmeter angeboten werden – Süßwaren, TK und Aktionsware sind sehr zu empfehlen. Anders verhält sich da derzeit Aldi. Da ist irgendwie mehr Platz geschaffen worden zum verkaufen. Mehr Freiheit für Bio-Produkte, Nudeln und TK-Pizzen … endlich dürfen sie wieder mehr durchatmen. Prüft es selber mal nach. Auf der britischen Insel bekommt das Ganze nun noch einen weiteren Dreh – jenseits des Preises. Guckst Du hier: 

Don’t change your lifestyle – Change your Supermarket. Jaja, Change is good. Das wissen wir schon länger. Hoffnung, Freiheit, Zuversicht, Wandel. Ich frage mich nur, ob den Engländern das nicht am A**** vorbeigeht, wo man doch bei Tesco (jaja, ist von 2007 … ich weiß – dennoch irgendiwe nett) und Waitrose (der Spot hätte übrigens auch zu Obama gepasst) noch viel kuscheliger seine Lebensmittel einkaufen kann und sich anschließend auch noch von Harvey Nichols verzaubern lässt. Frohes Christmas Shopping an alle Betroffenen.

Dezember 12, 2008 at 5:10 pm Hinterlasse einen Kommentar

Die Unschuld verliert man schnell …

Während wir Werber in Deutschland einmal mehr vor Erfurcht  hier und hier gegenüber CP+B erstarren (für Burger King kommt nach „Subservient Chicken“ und den „Whopper Freakout“ die Suche nach den „Whopper Virgins„) regt sich nicht nur in Amerika doch tatsächlich der Widerstand gegen die Kampagne – gegen Microsoft und Seinfeld wurde ja auch schon heftigst in der Blogosphäre rebelliert.

Es werden immer mehr Stimmen laut: (1) die, die den Carbon Footprint dieser Kampagne kritisieren, (2) die, die das Konfrontieren von Natives mit unbekannten Speisen (=Burgern) kritisieren, weil es die Ursprünglichkeit zerstören würde, (3) die, die die Methode bzw. den Vergleich anzweifeln und (4) dann die Adweek, die dank Frau Lippert zu dem Resumee kommt: „world’s purest taste test“. Wow. Endlich mal wieder eine Kampagne, die für sozialkritischen Gesprächsstoff sorgt. Und so vielschichtig. Ich mag das. PS: Wann hatten wir das zuletzt in Deutschland. Und jetzt mal ernsthaft nachdenken liebe Werber. Bitte!  Immerhin rechnen wir doch alle damit, dass Burger King damit wieder Gold holen wird, oder?

Dezember 10, 2008 at 3:53 pm 3 Kommentare

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