Was man nicht selber bezahlen muss, das würdigt man auch nicht.

Dezember 2, 2008 at 6:50 pm Hinterlasse einen Kommentar

Zwei Fernsehbeiträge auf öffentlich-rechtlichen Sendern, eine Unterhaltung mit meinem Onkel zum Thema Heizkosten („Die nebenan heizen Sommer wie Winter – da ist konstant 30° in der Wohnung“), damit verbundenen Sparpotentialen, die Äußerungen von Herrn Seehofer (CSU) zum Thema „Arbeitsplätze vor Klima“ und mein heutiger Berührungspunkt mit dem VDZ haben meine Halsschlagader mal wieder deutlich zum Vorschein treten lassen … und das nur wenige Wochen, nachdem ich die clean coal revolution proaktiv angekündigt habe zu unterstützen – Danke Max für das Supermarktbeispiel heute. Bei meiner Vision und Aktivität bleibe ich auch weiterhin, aber fangen wir doch mal von vorne an.

Meine These: „Wer Heizgeld auf Grund von Hartz IV oder ALG II Bezügen bekommt, der spart im Winter nicht wirklich. Der prasst richtig damit, weil er es selber ja nicht bezahlen muss.“

„Leistungen für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen erbracht (…).“ heißt der einfache Satz aus dem Hartz-IV-Gesetz „(…), soweit diese angemessen sind“. Hm, was heißt eigentlich angemessen?

Drei Artikel habe ich für Euch zum Einstieg herausgesucht: Elfköpfige Familie erhält Rekord-Hartz-IV, Wer arbeitet, ist der Dumme!, Wozu Arbeiten? Hartz IV reicht doch! … ja, sicherlich allein schon auf Grund der Überschriften ein fast einseitiges Bild. Vorurteilsbehaftet, ja zugegeben. Das bitte ich hier kurz zu entschuldigen – auch wenn die Fuldaer Zeitung (24. November 2008) von traurigen aber vor allem enttäuschten Landräten berichtet.

Meine Essenz aus den drei Quellen: Für reguläre Arbeit und bewusstem Umgang mit knappen Ressourcen fehlen irgendwie die Anreize in unserem Land. Frage ich mich, wo es auf der Strecke geblieben ist. Das brachte mich aus zwei Gründen unweigerlich zu einem Beitrag der ARD (s. u.) aus dem Monat Juni diesen Jahres: Datenschutz und Überwachung … wegen der Vorurteile. 

Vorurteile dieser Art sind Unterstellungen (Tatbestand des Betruges) bis hin zum Eingriff in die Intimsphäre. Das ist nicht gut und die ‚Ermittlungsdienste‘ der ARGE erinnern – wie Panorama dokumentiert hat – eher an die Stasi, als an Überprüfung von Wahrheit und Pflichten. Und mit dem Thema Datenschutz hat das dann auch nichts mehr zu tun.  Das hat in meinen Augen nichts mit Sozialstaat zu tun, sondern ist aller höchstens Sozialüberwachung und -verwaltung. Was aber, wenn wir das Thema wörtlich nehmen und mal dahingehend beleuchten, dass Heizgeld (im Rahmen von Hartz IV oder ALGII) als solziales Geschenk zu sehen und nicht als selbstverständlich (von beiden Seiten) angesehen werden darf. Denn das passiert derzeit gefühlt in der gesamten Debatte.

Geschenke sollen nämlich eigentlich Freude verbreiten. Für die meisten Menschen sind sie Ausdruck der inneren Beziehung zu dem Beschenkten. Wie jemand schenkt, hängt aber auch davon ab, was für ein Typ „Schenker“ er ist. Manche schenken um anzugeben, andere um Macht auszuüben, aus Mitleid, Pflichtbewusstsein, um zu helfen, oder ganz einfach um Freude zu verbreiten. Letztere Gründe klingen eher nach sozialer Gesinnung finde ich. Damit sind echte (soziale) Geschenke aber auch bedingungslos. Jeder muss sich nur im Klaren sein, welche Sprachen Geschenke sprechen, welche Symbolik darin steckt. Vier Formen kann man unterscheiden:

  1. sie schenken übermäßig
  2. sie schenken etwas Nützliches
  3. sie schenken den Standard
  4. sie schenken, was gefällt

Wir sind uns einig, dass die Verhältnismäßigkeit stimmen, es zweckbestimmt sein, den Lebensstandard garantieren und auch zu innerer Wärme führen muss. Mein einziger Punkt ist die gegenseitige Selbstverständlichkeit. Und hier halte ich es mit der Empfehlung der Stiftung Warentest: Die Stiftung Warentest bietet im Rahmen der Serie „Energie sparen“ aus dem Heft Finanztest 12/2008 wieder neue Tipps zum kostenlosen Download. Diesmal geht’s ums richtige Heizen, Lüften und das Stoppen von unnötigen Wärmeverlusten. Laut Finanztest kann ein durchschnittlicher Haushalt mit wenig Aufwand seinen Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Da freuen sich der eigene und der staatliche Geldbeutel ebenso wie die Umwelt. Wenn alle an einem Strang ziehen. Konstant 30° in der Wohnung sind dann auch wirlich zu viel. Bitte begreifen wir das als ein Geschenk für alle. Frohe Weichnachtszeit.

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