Posts filed under ‘Wirtschaft’

Schnäppchenjagd bei Quelle vs. Geiz ist Geil Mentalität der Deutschen

NEIN, ich werde meine Weihnachtsgeschenke nicht bei Quelle kaufen. Das habe ich in den letzten Jahren nicht gemacht und werde es dieses Jahr auch nicht tun. Auch wenn ich seit heute bis zu 30% Preisnachlass auf Hosen, Playstation und alle möglichen anderen kleinen und großen Elektrogeräte bekommen könnte. Um ehrlich zu sein erschreckt es mich, dass gestern (Sonntag (!!!), den 01. November 2009 = Feiertag = Allerheiligen = die Menschen haben Zeit???) der Quelle Online-Shop Server mehrfach in die Knie gegangen ist. Wie die Geier stürzen sich die Deutschen derzeit auf den größten Rausverkauf den Deutschland je gesehen hat. Man profitiert vom Unglück der anderen.

Die Debatte über die Nachhaltigkeit des Konsum in Deutschland wird nun nicht erst seit gestern geführt. Auch das sich die Krise breiter macht als ursprünglich gedacht ist schon ein alter Hut. Was derzeit offensichtlich für viele Deutsche zählt ist der eigene Profit aus der Notlage der anderen. Perfide Situation nenne ich das aus ethischer Sicht. Ökonomen könnten es wohl wahlweise mit Keynes („Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes.“) oder auch Schumpeter („schöpferische Zerstörung“) erklären – beide Namen tauchen derzeit gefühlt oft in der öffentlichen Diskussion auf. Der eine wohl eher im Kontext der retrospektiven Analyse, der andere wohl eher bezüglich der nach vorne gerichteten Neuordnung. Die Psychologen reden derzeit übrigens oft über „die Ängstlichen“ und „die Machtlosen“ – es geht um Kontrollverlust und das Gefühl der diffusen Bedrohung. Beides führt zu Unsicherheit. Wie der oben genannte Rest wahrscheinlich auch, denn es versteht ja (fast) keiner.

Mein Punkt soll aber ein anderer sein: Schweinebillig überzeugt oft auch den „unsichersten“ Skeptiker und schaltet den Verstand komplett aus. Dabei sollte hinterfragt werden, wie es überhaupt zu den vielen Räumungsverkäufen/der steigenden Zahl der Insolvenzen gekommen ist. Hängen beide Beobachtungen vielleicht zusammen? Haben wir es nicht selber in der Hand wo und was wir einkaufen – damit verbunden dann auch wo Menschen = WIR eine realistische Chance als Angestellte haben. Wie unreflektiert aber Deutschland durch die Welt läuft, zeigt dieser Feldversuch zum Thema Billigfleisch auf dem Hamburger Wochenmarkt – Danke an NDR Extra 3:

Tobi Schlegel verkloppt Schweinefleisch nach einem Dioxinskandal auf einem Hamburger Wochenmarkt. Klar wird mal kritisch = verunsichert nachgefragt, aber die Bude ist am Ende des Tages leer gefegt. Mich erinnert das an eine Schlagzeile der SZ vor ein paar Tagen: „Sozialkaufhäuser in Deutschland boomen – ein Zeichen dafür, dass es vielen Menschen immer schlechter geht.“ Frage: Geht es den Menschen nicht noch schlechter, wenn sie alles Billige in sich reinschieben/konsumieren?

Nun sind die Waren bei Quelle günstiger – nicht weil schädlich oder besonders billig produziert, sondern weil die Firma abgewickelt wird. Emotional geht es darum, dass ein ehemals als sicherer Arbeitgeber geltender und auch «Leuchtturm für den Aufbau Ost» vom Markt verschwindet. Rational ist es eher der Punkt, dass plötzlich der Andrang bei Quelle riesengroß ist – bis dato hat den Laden keiner mit dem Arsch angeschaut. Und morgen ist Quelle in der breiten Masse der Schnäppchenjäger auch schon wieder vergessen. Dann gibt es nämlich mindestens 50% bei Rudis Resterampe. Handelt so der moderne hybride Konsument? Wenn ja, dann schade. Denn mit etwas bewussterem Umgang und Nachdenken wäre (vielleicht nicht nur) die Quelle Geschichte anders ausgegangen. Auch WIR = Konsumenten hatten es in der Hand. Nicht nur das Management. Das ist mir nun klar geworden. Wem nicht, der sollte mal in den nächsten Tagen bei Quelle „Shoppen“ gehen und lernen, wie die „verunsicherten“ Köpfe auch noch feilschen. „Ihr braucht das doch eh nicht mehr, dann könnt ihr es mir auch für 5 Euro statt für zehn geben.“ höre ich schon jetzt.

November 2, 2009 at 12:22 pm Hinterlasse einen Kommentar

Verbrannte Erde

Wie in jedem Jahr listet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)  die schwarzen Schafe des Aktiengeschäfts auf. Auf der DSW-Watchlist 2009 kann derjenige, dem die Krisenmeldungen noch nicht zum Hals raushängen, nachlesen, welche Aktiengesellschaften im vergangenen Jahr besonders viel Geld verbrannt haben.

Februar 18, 2009 at 3:34 pm Hinterlasse einen Kommentar

Kleine Gewinner des globalen Klimawandels (Teil 4): Sauberes Shoppen

Riesige Supermärkte, die ausschließlich Bio-Produkte anbieten, sind ja mittlerweile ein alter Hut. Neu hingegen ist Deutschlands erster Klima-Supermarkt.

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In Mühlheim an der Ruhr hat der Betreiber ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, bei dem nach eigenen Angaben der Energieverbrauch um 50 Prozent gesenkt und der sog. Treibhausgasausstoß völlig vermieden werden soll. Das will die Handelskette mit mehreren Maßnahmen erreichen:

– Einer riesigen Fotovoltaikanlage auf dem Dach,

– geheizt wird zum einen mit der Abwärme der Kühlungssysteme, der Restbedarf wird mit Erdwärme gedeckt,

– die Beleuchtung erfolgt größtenteils über große Fenster in den Decken und zusätzlich Energiesparlampen,

– an allen Kühlregalen sind Deckel/Türen,

– der Strom wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen und 

– Lieferfahrzeuge sind CO2-arm.

Dezember 2, 2008 at 11:01 am Hinterlasse einen Kommentar

Die Wahrheit über zielgruppenspezifische Kommunikation

Vergesst CRM, Opinion Leader, Diffusionstheorie und andere Marketing-Theorien. Beobachten, Lernen, Handeln. Wie dieser Strassenhändler in Argentinien, der begriffen hat, dass er Touristen mehr Geld entlocken kann, als den Einheimischen. Ohne Mehraufwand. Respekt!

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November 27, 2008 at 9:00 am Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt keine langweiligen Tortendiagramme!

pizza_pie_chart

pizza_pie_chart2

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Hier brauche ich keine großen Worte. Die Diagramme (pizza box pie chart, pie chart already eaten (beide übrigens aus der Kampagne des The Economist) und chocolate fudge cake) erklären sich von selbst und ich möchte ehrlich gesagt mehr davon sehen. Die Liste wird fortgesetzt. Gerne auch Diagramme von Euch. Ach ja, das ganze Thema bekam Relevanz für mich durch eine Präsentation zum Thema Death by Powerpoint und einer Bandbreite (von sensationell bis schlecht) in den letzten drei Tagen hier, hier und hier.

November 21, 2008 at 3:49 pm 1 Kommentar

Nach Call-A-Bike kommt Call-A-Car

Die viel gescholtene Bahn hat’s vorgemacht, der viel gescholtene Daimler-Konzern macht’s nach:

In Berlin zählen sie schon so sehr zum Stadtbild, dass die Räder mit dem DB-Logo schon gar nicht mehr ins Gewicht fallen.

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Wer nicht selbst einen Drahtesel zuhause hat und zudem mutig genug ist, Städte wie Berlin, Frankfurt/M., Köln, München, Stuttgart oder Karlsruhe per Fahrrad zu erkunden, der ruft schnell eine Nummer an, bekommt im Austausch einen Pin, den er ins Rad eingibt, und ab geht die Post.

Daimler geht da einen Schritt weiter und schickt in Ulm mit einem ähnlichen Prinzip Smarts auf die Reise.

 

Bei car2go hat der Konzern massenhaft Smarts über das Stadtgebiet verteilt,  die rund um die Uhr von gemietet werden können. Dazu ist eine einmalige Registrierung nötig. Ebenfalls per Telefon erfolgt die Freischaltung. Minutengenau wird anschließend abgerechnet. Kostenpunkt: 19 Cent pro Minute. Zum Vergleich: Die Bahn verlangt 8 Cent pro Minute für ein Fahrrad, maximal jedoch 9 Euro pro Tag (zusätzlich entfällt eine einmalige Anmeldegebühr an).

Noch dürfen ausschließlich Daimler-Mitarbeiter an dem Projekt teilnehmen. Bin gespannt was bei dem Feldversuch herauskommt. Interressant wäre  in diesem Zusammenhang auch, wie die Ulmer Taxifahrer auf dieses Angebot reagieren und ob sie die Smarts nachts bei heimlichen Guerilla-Aktionen in die Pampa fahren.

November 19, 2008 at 10:40 am 2 Kommentare

Wie sicher ist mein Geld? … oder die-mach-einfach-mal-was-Verrücktes-Karte

Ich bin genervt. Ehrlich. In immer kürzeren Zyklen wird zu Recht die sinkende Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit der Banken thematisiert. Beispielsweise hat der Focus mittlerweile in jeder zweiten Ausgabe (mindestens) eine Seite zum Thema. Seit März. Wie schreibt der Focus so schön in einem aktuellen Anlage-Ratgeber: „Sparer legen wieder mehr Wert auf Sicherheit und Solidität.“ Ne Kalle, wat sachste dazu? Keine große Überraschung für uns würde ich meinen. Die Wirtschaft in Amerika geht den Bach runter, Börsenkurse befinden sich im freien Fall, ein Geldinstitut nach dem nächsten meldet Insolvenz an. Sicherheit ist da Trumpf … soll uns hier aber nicht lange kümmern, denn mit klassischen Brettspielen hält man das Volk bei Laune. Guckst Du hier:

November 1, 2008 at 1:36 pm Hinterlasse einen Kommentar

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