Posts tagged ‘CO2’

Kleine Gewinner des globalen Klimawandels (Teil 5): Eco Verkehrsampeln

Das Leben auf der Strasse kann so einfach sein, wenn man ein klein wenig die Umwelt schonen möchte, obwohl man mit dem Auto von A nach B fährt. BMW beweist es mit der Start-Stop-Automatik, die vor gar nicht langer Zeit in der Werbung vorgestellt wurde:

Weitergedacht: Damjan Stankovic hat mit seinem Ampel-Konzept [relogik.com] nicht nur ökologisch wie auch ökonomisch eine exzellente weitere Benchmark gesetzt, sondern auch noch einen Red Dot Design Award 2009 gewonnen. Die Idee ist simpel: Stehst Du vor der Ampel weißt Du nie wie lange noch rot ist bzw. schon war. Dieses Konzept funktioniert etwas anders als bisherige System, die sich am Fußgänger orientieren. Hier steht der Autofahrer im Mittelpunkt der physisch clever integrierten Art und Weise einer Ampelschaltung.

Eko Light wurde so entwickelt, dass man es einfach auf bestehende Ampelanlagen ohne viel Aufwand installieren bzw. nachrüsten kann. Die Vorteile:

– Weniger Verschmutzung, da die Autofahrer noch bewusster ihre Motoren abschalten können – das reduziert CO2-Emissionen während des Wartens.

– Weniger Kraftstoffverbrauch, denn das Ausschalten der Fahrzeugmotoren senkt den Kraftstoffverbrauch auf lange Sicht … wie BMW es uns gelehrt hat.

– Weniger Stress, da Fahrer/Fußgänger exakt wissen, wie lange zu warten ist.

–  Sicherheit beim Fahren (+) Zahl der Verkehrsunfälle (-).

Liebe Münchner, nicht Ampeln sollten Eure Feindbilder sein. Ja, sie verbrauchen Strom, aber auch das kann man wieder nutzen. Auch in Eurem Sinne. Da hättet auch ihr drauf kommen können. 😉

[via Infosthetics, Gizmodo and @krees]

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Januar 19, 2010 at 4:39 pm 1 Kommentar

Kleine Gewinner des globalen Klimawandels (Teil 3): Saubere Kohle in Spremberg

Kohle. Eines der zahlreichen ungeliebten Kinder der Deutschen. Unter Tag wie auch über Tage wird es gefördert. Das Saarland und das Rhein-Ruhrgebiet haben besonders davon profitiert. Und darunter gelitten. Der Kohlebergbau im Saarland bspw. ist seit der keltischen Zeit durch Ausgrabungen und seit 1429 auch schriftlich belegt, planmäßig wird der Bergbau allerdings erst seit dem 18. Jahrhundert betrieben. Auf eine lange Tradition kann dieser Berufsstand zurückblicken. Ein Fakt, der im Tatort („Das schwarze Grab„) gewürdigt wurde. Die Schließung eines Werkes war das zentrale Thema. Dramatisch insgesamt der Verlauf und die Brutalität unter Tage.

Was ich nun in der aktuellen Ausgabe der Technology Review lesen durfte ist in meinen Augen großartig, denn es verleiht nicht nur dem Thema Kohle eine völlig neue Dimension. Nicht brutal. Sondern sanft. Zur Umwelt. Das belebt darüber hinaus auch wieder die Förderung von Kohle in unserem Land. Die RAG hat es ja schon angekündigt. Immerhin sind wir Deutschen weltweit führend in der Bergwerkstechnik. Ja, jedes Jahr werden nicht viele Ingenieure in diesem Bereich ausgebildet und auch weltweit gesucht. Die besten kommen aber aus unseren Landen. Dem Land der Ideen eben.

Eine sensationelle Idee in meinen Augen hatte das Unternehmen Vattenfall. Kein deutsches Unternehmen, aber nicht minder geprägt durch Pannen, Skandale und Probleme in den letzten Monaten. Vattenfall und Technology Review sprechen nämlich beide schon von der clean coal revolution.

 

 

 

 

 

 

Spremberg in Süd-Brandenburg, die sogenannten ‚Perle der Lausitz‘, ist der Geburtsplatz dieser sogenannten Revolution. Früher wurde die (Braun-)Kohle einfach nur verfeuert, um daraus Energie zu gewinnen und für die Menschen nutzbar zu machen. Tolle Sache, hat auch lange funktioniert, hatte nur einen Haken: jede Verbrennung setzte jede Menge CO2 frei. (raun-)Kohle besonders viel. (Braun-)Kohle zu verbrennen ist damit heute nicht mehr die zeitgemäßeste Art, Energie für die Massen herzustellen. Wir setzten ja neuerdings alle auf Umwelt und auf weniger CO2 Emissionen. Vattenfall hat das Blatt nun gewendet und nimmt in Spremberg ein Neuartiges Braunkohlekraftwerk in Betrieb. Man hat ein Verfahren entwickelt, dass das bei der Verbrennung entstanden CO2 bindet, speichert und somit nicht mehr an die Umwelt abgibt. Die Kohlendioxide werden unterirdisch gelagert. Sensationell klingt das für mich.

„Vattenfall hat bereits 2001 ein Projekt zur Erforschung der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) aufgesetzt. Das Unternehmen will nach einem mehrjährigen Testbetrieb der Pilotanlage bis spätestens 2015 zwei Demonstrationskraftwerke mit einer elektrischen Leistung von bis zu 500 Megawatt bauen. Ab 2020 soll die Technologie dann serienreif und wettbewerbsfähig zur Verfügung stehen.“

Zugegeben, diese Technologie löst noch lange nicht alle Probleme. Aber sie ist eine Forschungsprojekt, was den Status Quo hinterfragt, auf den Prüfstand stellt und Optimierung bekannter Technologien im Sinne des omnipräsenten Parameters Umwelt bedeutet. Vor dem Hintergrund, dass in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk (ohne Oxyfuel-Verfahren) ans Netzt geht und die Umwelt zusätzlich belastete, ist das hier eine mögliche Zukunftsvision, die als reales Konzept nun in die Erprobungsphase geht.

Mich befremdet an dieser Stelle der Widerstand gegen dieses Pilot Projekt. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich ganz klar um ein besonders fortschrittliches und zukunftsweisendes Projekt … und vergessen wir hierbei mal die positiven Image-Wechselwirkungen für Vattenfall. Irgendwo müssen wir doch mal anfangen und Fakten schaffen. Oder?

September 25, 2008 at 9:00 am Hinterlasse einen Kommentar

Kleine Gewinner des globalen Klimawandels (Teil 2): Energy Generating Dance Floor

WATT ist ein neuer Club in Rotterdam, der sozusagen die erste Öko-Disko der Welt ist. Wer tanzt erzeugt Energie und die wird vom Tanzboden umgewandelt in Energie … damit das Licht brennt. Möglich macht das eine flexible elektromechanische Tanzfläche. Der Boden gibt bei jeder Bewegung wenige Milimeter nach. Die Bewegungsenergie wird umgewandelt und gespeichert. Nahezu ein Drittel des Stroms der DJ-Bühne kann so durch ‚Eigenleistung‘ der Besucher eingespart werden.

Sicherlich ist das erst der Anfang. Gemessen am Gesamtverbrauch der Diskothek und lediglich 10 Watt im Durchschnitt pro Gast erscheint das erstmal wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Dennoch könnte dieses Prinzip sicherlich Schule machen, wenn der derzeitige Standard weiterentwickelt und noch wilderes Tanzen zu noch mehr Energie führen könnte. Tanzen für weniger CO2 sozusagen.

Mit der Optimierung beschäftigt man sich auch schon. Das Rotterdamer Architektenbüro Döll arbeitet bereits laut Südddeutsche Zeitung an verbesserten Konzepten mit höherer Ausbeute.

September 5, 2008 at 5:41 pm 1 Kommentar

Kleine Gewinner des globalen Klimawandels (Teil 1): Single Speed Bikes

Der Hamburger Trendforscher Matthias Horx hat es bereits vor Kurzem angedeutet, dass er das Fahrrad als den „ersten evolutionären Gewinner des Klimawandels“ sieht. Nicht weiter verwunderlich, denn an allen Ecken wird über Hybrid und Elektro Fahrzeuge, Zero Emission, Green Irgendwas, Carbon Footprints, LOHAS Lifestyle & Co. geredet … Ziel und Inhalt jeglicher Debatte ist die bedingungslose Bestrebung böse CO2 Emissionen zu verringern, indem man den jeweiligen Verursachern des Schadens in die Pflicht nimmt. Siehe derzeitige Spritpreise. Fahrräder sind eigentlich die perfekten CO2 Killer und damit irgendwie gerade en vogue … lässt sich ja auch Geld mit machen – siehe auch polylux Beitrag zum Thema „Statussymbol Öko„.

Angefixt von dem Gedanken mal wieder ein neues Rad unter den Hintern zu schieben, was bei mir nur teilweise auf ein erhöhtes Umweltbewusstsein zurück zu führen ist, da ich oft und regelmäßig radle, war ich die Tage in einem kleinen Laden in Köln nahe den Ringen namens Kettenlinie Coeln (nachtrag: KC macht dicht!). Kleiner unscheinbarer Laden mit viel Grün vor der Tür … übrigens auf erneute Empfehlung von Christoph. Ein echtes Mekka. Hier werden nämlich nur Fahrräder verkauft, die einen einzigen Gang haben, sogenannte Single Speed Bikes.

Für mich war das erst mal nix Neues: mein erstes Mountain Bike, 18 Gänge damals, von K2 … jawoll, die bauen nicht nur Ski und schneidern passende Klamotten für den Winterurlaub. Damit rein ins Gelände, möglichst dreckig und zufrieden wieder raus. Irgendwann habe ich dann mal die Gangschaltung selber nachrüsten wollen. 3h später ging gar nichts mehr und es waren Schrauben übrig. Die Folge: Nur noch ein Gang war befahrbar. Hm, ein Gang …  das muss doch auch gehen habe ich mir gedacht. Also, rein ins Gelände, dreckig wieder raus … und zufriedener als mit 18 (einige Jahre später waren es dann 21 Gänge). Geil. Fahrrad-Kuriere machen das übrigens auch so. Das Credo:

„Variable gears are only for people over forty-five. Isn’t it better to triumph by the strength of your muscles than by the artifice of a derailleur? We are getting soft. As for me, give me a fixed gear!“

Henri Desgrange – 1902

Hier geht es um das pure, echte, natürliche, unverfälschte Fahrradfahren. Ohne Schnickschnack und übeflüssigen Krams. Ja, wir ignorieren vielleicht das Thema StVo bewusst, aber zur absoluten Entschuldigung sei gesagt: Wenn ein Fahrrad (siehe Singel Speed Beispiel unten) nur mit einem (alten, wiederverwendeten) Rahmen, Laufrädern, Sattel, (Holz-)Lenker, Pedalen und wie hier in dem Beispiel auch gerne mal ohne sichtbare Bremse auskommt, hat man sicherlich ganz bestimmt sogar noch eine positive Energiebilanz erzeugt.

(mehr …)

September 3, 2008 at 3:39 pm 3 Kommentare


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